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Porträt-Modus

Nun muss ich noch die Sache mit dem Porträt-Modus kurz abhandeln. Leidiges Thema. Apple hatte die Funktion ja nachgerüstet, einige Wochen nachdem das iPhone 7 auf den Markt kam. Der Porträt-Modus sorgt dafür, dass die Kamera einen großen Sensor und eine große Blendenöffnung simuliert und Personen oder Gegenstände scharf vor einem unscharfen Hintergrund abbildet. Dazu kann man entweder in Photoshop eine Maske um das Hauptmotiv legen oder man macht das direkt in der Kamera. Am besten indem man mit zwei Kamerapositionen eine "Tiefeninformation" gewinnt. Das vorhin erwähnte Huawei Mate 9 und die Huawei P9-Versionen machen das ziemlich perfekt. Das iPhone 7 Plus kann das auch, das iPhone 7 "ohne Plus", natürlich nicht, das hat nur eine Kamera. Der Modus war zunächst als "Beta" deklariert. Ob das aktuell noch der Fall ist, kann ich nicht sicher sagen. Der entsprechende Hinweis kommt nur bei erster Verwendung. Der Modus befindet sich in der Kamera-Anwendung rechts neben dem normalen Foto-Modus und heißt "Porträt", geht aber im Grunde genauso für Pflanzen oder andere Gegenstände.

  • Bild Den Effekt mit geringer Schärfentiefe erreichst du im Modus "Porträt". Stimmen alle Voraussetzungen bei der Aufnahme wird "Tiefeneffekt" gelb unterlegt im Bild angezeigt (sonst grau) und der Effekt wird in der Vorschau dargestellt. [Foto: MediaNord]

    Den Effekt mit geringer Schärfentiefe erreichst du im Modus "Porträt". Stimmen alle Voraussetzungen bei der Aufnahme wird "Tiefeneffekt" gelb unterlegt im Bild angezeigt (sonst grau) und der Effekt wird in der Vorschau dargestellt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: ]

    Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: ]

  • Bild m Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. Sieht gut aus! [Foto: ]

    m Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. Sieht gut aus! [Foto: ]

  • Bild Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

    Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

    Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

    Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die Original-Aufnahme ohne Tiefeneffekt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. Hier hat die Berechnung nicht gut geklappt. Der Lampenfuß hinter dem unscharf gerechneten Fröbelstern ist scharf. [Foto: MediaNord]

    Im Porträt-Modus aufgenommenes Beispielbild aus dem Apple iPhone 7 Plus. Hier die im iPhone bearbeitete Aufnahme mit Tiefeneffekt. Hier hat die Berechnung nicht gut geklappt. Der Lampenfuß hinter dem unscharf gerechneten Fröbelstern ist scharf. [Foto: MediaNord]

Wenn du den Modus aktivierst, schaltet das Sucherbild in der Kamera-App auf die 57mm-Kamera um. Die Weitwinkelkamera (beziehungsweise dessen mittlerer Bildausschnitt) dient zur Ermittlung der Tiefeninformation. Die App blendet den Schriftzug "Tiefeninformation" zunächst grau über das Livebild und "dirigiert" dich mit Hilfstexten. Es kommen Informationen wie "zu wenig Licht", "mehr Abstand erforderlich" oder "maximaler Motivabstand 2,5 m". Passt alles, wird der Schriftzug gelb und das errechnete Bild mit dem Effekt bereits in der Vorschau dargestellt. Jetzt kannst du auslösen. Abhängig davon, ob du in den App-Einstellungen "Foto behalten" für den Porträt-Modus eingeschaltet hast oder nicht, speichert das iPhone entweder auch die "echte" unbearbeitete Datei oder ausschließlich die Version mit Tiefeneffekt, d. h. so, wie du das Vorschaubild gesehen hast. In der fertigen Datei kannst du dann nichts mehr ändern. Das ist durchaus anders als z. B. bei den Doppelkamera-Geräten von Huawei. Dort musst du bei der Aufnahme eigentlich nicht viel beachten bzw. kannst alles noch nachträglich nach belieben bearbeiten, weil dort offenbar die Fotos beider Kameras gespeichert werden. Es ist dabei recht faszinierend anschließend den Schärfepunkt zu setzen und dann mit dem Blendenregler virtuell (und nachträglich!) die Blendenöffnung zu steuern. Beim iPhone geht das nicht, die Datei ist "fertig". Wie gut das Ergebnis ist, hängt stark vom Motiv ab. Oft ist das Ergebnis durchaus ansehnlich, mitunter enthält es aber auch Fehler. Die wiederum fallen manchmal nur beim genauen Hinsehen überhaupt auf, andere sind durchaus auffällig und führen bisweilen zu kuriosen Ergebnissen (im Internet kann man schon einige finden).

Insgesamt finde ich den Porträtmodus etwas "kompliziert". Apple steht doch eigentlich für einfache Bedienung und gut funktionierende Effekte und bisweilen auch mal für einen Aha-Effekt beim Betrachter. Genau das leistet jetzt die Konkurrenz, Apple selbst aber nicht. Beim Huawei musst du nur "abdrücken", ohne viel zu beachten. Ein Foto ist auf jeden Fall im Kasten. Anschließend kommt der besagte Aha-Effekt, wenn du am eigentlich scheinbar fertigen Foto noch eingreifen und den Effekt nach belieben stufenlos steuern und sogar den Schärfepunkt neu setzen kannst. Du musst das nicht machen, aber du kannst es, und es macht sogar Spaß und wahrscheinlich Eindruck bei anderen Leuten. Beim iPhone stresst dich die App dann, wenn du es nicht gebrauchen kannst: beim Foto machen. Abstand zu groß, Abstand zu klein zu wenig Licht. Ah, jetzt stimmt alles, du darfst ein Foto machen! Hmm, ist das Apple? Wenn das Ergebnis dann wenigstens über alle Maßen überzeugen könnte ... tut es aber auch nicht wirklich. Da ist noch Optimierungspotenzial, würde ich sagen.

  • Bild Die mit dem iPhone 7 Plus aufgenommenen Fotos haben das "Display P3" Farbprofil. Dies sorgt für eine Rückfrage beim Öffnen in Photoshop und birgt potentiell die Gefahr von Problemen bei der Verwendung außerhalb des iPhones. [Foto: MediaNord]

    Die mit dem iPhone 7 Plus aufgenommenen Fotos haben das "Display P3" Farbprofil. Dies sorgt für eine Rückfrage beim Öffnen in Photoshop und birgt potentiell die Gefahr von Problemen bei der Verwendung außerhalb des iPhones. [Foto: MediaNord]

Erweiterter Farbraum

Und dann ist da noch die Sache mit dem verwendeten "Display P3"-Farbprofil. Apple hatte das mit der iOS-Version 10 angekündigt. Nach dem iPad Pro 9.7 sind die beiden iPhone-7-Modelle die ersten Geräte, die das verwenden. Sinn der Sache ist, kurz gesagt, eine größere Menge an mit der Kamera aufzunehmenden und auf dem iPhone-Display darstellbaren Farben. Mehr Farben als der sRGB-Farbraum, der normalerweise überall verwendet wird. Die Sache ist an sich löblich. Aber ich frage mich, ob das dermaßen wichtig ist, dafür Alltagstauglichkeit und eine problemlose Verwendbarkeit der Fotos über Bord zu werfen. Wir sprechen hier ja nicht über eine hochwertige Profi-Digitalkamera, aus der noch das letztes Quäntchen Qualität herausgequetscht werden soll, sondern von einem Smartphone. Eines zudem, dass aktuell sowieso nicht den Benchmark für die beste Smartphone-Kamera setzt. Bei uns jedenfalls hatten wir aus dem Stand das Problem, das unser Bilderserver mit den Original-iPhone-Dateien nicht zurecht kam. Zuvor hatte ich mich schon über die Fehlermeldung von Adobe Photoshop beim Öffnen der Bilder gewundert. "Das eingebettete Farbprofil des Dokuments "IMG_..." entspricht nicht dem aktuellen RGB-Arbeitsfarbraum." heißt es da. "Was möchten Sie tun?" Dann folgen drei Möglichkeiten (siehe Screenshot). Wenn also Photoshop die Datei nur nach Rückfrage beim Benutzer öffnet (und unser Bilderserver mit einem "Display P3"-Farbprofil nichts anfangen kann), wo macht das dann überall noch potenziell Probleme? Was, wenn die Farben auf einem Ausdruck im Drogerie-Markt nun plötzlich völlig anders aussehen als erwartet? Oder die Anzeige auf dem heimischen Fernseher? Profis wissen mit Farbprofilen und Farbmanagement umzugehen. Aber der normale iPhone-Anwender? Wenn du mehr zu der Display-P3-Sache erfahren willst, schaue mal auf den Artikel auf ComputerBase, den ich unten verlinkt habe.

Fazit

Dass das iPhone 7 Plus ein sehr gut ausgestattetes Smartphone mit der besten Verarbeitung ist, die man sich vorstellen kann, steht außer Frage. Warum Apple ausgerechnet den Kopfhöreranschluss weglassen musste, weiß der Geier. In diesem Test geht es hauptsächlich darum, was die (Doppel-)Kamera leistet, ggf. in Verbindung mit der Kamera-App. Die Doppelkamera ist tatsächlich "nicht schlecht", aber der ganz große Wurf ist sie derzeit auch nicht. Über die zweite Brennweite hinaus bringt sie keine wirklichen Vorteile. Zudem ist die zusätzliche Kamera lichtschwächer und besitzt einen kleineren Sensor als die Weitwinkel-Kamera und erreicht damit nicht deren Qualität. Auch der zur Doppelkamera später nachgerüstete Porträt-Modus erscheint derzeit noch nicht voll ausgereift, weder bei der Handhabung, noch bei den Ergebnissen. Das "Display P3"-Farbprofil könnte zudem für das eine oder andere Problem bei der Weiterverarbeitung der Fotos sorgen. Insgesamt ist das iPhone 7 Plus ein sehr gutes Smartphone, aber seine Doppelkamera nicht das Killer-Feature, das es hätte sein können.

Vorteile

  • perfekte Verarbeitung
  • gute Doppel-Kamera mit zwei Brennweiten
  • optischer Bildstabilisator
  • wasserdicht

Nachteile

  • Tele-Kamera schlechter als die Weitwinkel-Kamera
  • kein 3,5mm-Kopfhörer-Anschluss
  • kaum Einstellmöglichkeiten in der Kamera-App
  • kein Auslöse-Taster