Android Premium-Smartphone In Sachen Kameratechnik geben die Smartphone-Hersteller in letzter Zeit ganz schön Gas. Huawei ist durch seine Kooperation mit Leica eine der Marken, die sich dem Foto-Thema ganz besonders verschrieben haben. Das aktuelle Huawei Top-Modell, das P30 Pro, kombiniert mit seinen insgesamt vier Kameras Eigenschaften wie hohe Lichtstärke (F1,6), sehr hohe Auflösung (bis 40 Megapixel) und viel "optischen Zoom" (5-fach) und einen Sensor, der eine andere Farbfilterzusammensetzung hat als üblich. Das Schwestermodell bringt es noch auf 3-fach-Zoom. Das haben wir uns einmal genauer angeschaut – vor allem natürlich auch, was am Ende dabei herauskommt.

  • Bild Drei Kameramodule, die untere über ein Prisma quer im Gehäuse eingebaut, sowie eine TOF-Kamera für die Tiefeninformation bilden die 4-fach-Kameraeinheit des Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Drei Kameramodule, die untere über ein Prisma quer im Gehäuse eingebaut, sowie eine TOF-Kamera für die Tiefeninformation bilden die 4-fach-Kameraeinheit des Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

Anmerkung  In diesem Test gehen wir ausschließlich auf die Kameras der Smarthones Huawei P30 und P30 Pro ein. Nicht die vordergründige Qualität bei der schnellen Ansicht auf dem Smartphone-Display ist für uns relevant, sondern wir betrachten die Fotos mit demselben Qualitätsanspruch, den wir bei "richtigen" Fotokameras ansetzen.

Die Kombinationen aus verschiedenen Kameras in Smartphones werden immer "verrückter". Ob das gut ist? Entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Das ist rein von den Daten her immer schwieriger abzuschätzen, denn die Hersteller werfen mit Zahlen um sich, dass einem schwindelig werden kann. 30-fach-Digitalzoom bietet das Huawei P30, beim Huawei P30 Pro lässt sie sich in der App sogar bis auf 50-fachen Zoom raufschrauben. Und die höchste ISO-Zahl ist mit astronomischen ISO 409.600 angegeben – bei einem so kleinen Sensor! Ein Nachtsichtgerät also quasi.

Die Kamera des Huawei P30 Pro setzt sich aus vier Sensoren zusammen, drei davon liefern die Fotos, ein vierter Sensor die Tiefeninformationen, d. h. wie weit die verschiedenen Motivteile bei der Aufnahme vom Smartphone entfernt sind. Das wird zur Berechnung des Bokeh-Effekts verwendet, mit dem bei Porträt-Aufnahmen der Hintergrund unscharf gezeichnet wird, um einen Effekt nachzuahmen, wie man ihn bei konventionellen Kameras mit großem Sensor in Verbindung mit einem lichtstarken Objektiv erreichen würde. Diesen so genannten TOF-Sensor bietet nur die Version P30 Pro, nicht die Version P30 (ohne "Pro"). Die eigentlichen Fotos kommen in beiden Fällen aber aus den drei eigentlichen Kameramodulen, auf die wir nachfolgend eingehen. Dazu gibt es noch eine Frontkamera mit sehr vielen Megapixeln (dazu weiter unten mehr).

Eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 16 mm kleinbildäquivalenter Brennweite mit 20 Megapixeln Auflösung und einer Lichtstärke von F2,2 bieten beide P30-Versionen. Das Objektiv ist nicht ganz so ein brutales Fisheye-Objektiv wie das 13mm-Ultraweitwinkel des OnePlus 7 Pro, das wir kürzlich im Test hatten. Das Bild der Huawei-Ultraweitwinkel-Kamera zeigt ein ganz interessantes Bildverhalten, wie wir es sonst eigentlich nicht kennen. Über weite Bildbereiche ist das Bild nahezu verzeichnungsfrei, knickt in den Bildecken dann aber plötzlich in einen Fisheye-Effekt ab. Normalerweise bemüht sich die Bildverarbeitung, diesen Effekt in den Ecken geradezubiegen. In unseren Testaufnahmen haben wir interessanterweise eine Aufnahme dabei, die das unentzerrte Bild zeigt. Wie es dazu kam, konnten wir nicht mehr reproduzieren, denn einstellen kann man das in der App eigentlich nicht. Auch die Rohdateien sind nie Roh, sondern bezüglich der Entzerrung auch entsprechend vorbearbeitetet.

  • Bild Vierfach-Kamera des Huawei P30 Pro. Die TOF-Kamera sitzt separat neben dem LED-Blitz. Auf diesem Foto steht klar "125mm", alle technischen Daten lassen aber eher auf 135 mm Telebrennweite schließen. [Foto: Huawei]

    Vierfach-Kamera des Huawei P30 Pro. Die TOF-Kamera sitzt separat neben dem LED-Blitz. Auf diesem Foto steht klar "125mm", alle technischen Daten lassen aber eher auf 135 mm Telebrennweite schließen. [Foto: Huawei]

Leider gelingt die Entzerrung nicht sehr gut. Horizontale Linien am oberen Bildrand werden nicht gerade, sondern (zumindest bei unserem Testgerät) zu einer Wellenlinie. Zudem reduziert die Entzerrung die in den Bildecken ohnehin kaum noch vorhandene Auflösung und Schärfe, sodass der Auflösungsverlust bei der Ultraweitwinkelkamera von der Bildmitte zum Bildrand wirklich brutal hoch ist. In der Mitte ist die Bildqualität wirklich recht gut. Am Bildrand, insbesondere in den Ecken, ist aber nur noch Matsche. Die im Randbereich häufig auftretenden Farbsäume durch chromatische Aberration hat Huawei bestens im Griff (entweder optisch oder herausgerechnet).

Die JPEGs sind sehr stark scharfgezeichnet und haben deutlich sichtbare "Heiligenscheine" um die Kontrastkanten herum. Die als DNG vorliegenden Rohdaten sind da sehr viel ehrlicher. Sie zeigen auch den extremen Helligkeitsabfall der Ultraweitwinkelkamera von der Bildmitte zum Bildrand. In den JPEGs ist diese Vignettierung gut herausgerechnet, aber es ist ganz logisch, dass das dann zum Rand hin extrem viel Auflösung kostet. Dennoch finde ich die Ergebnisse insgesamt für eine Ultraweitwinkel-Smartphone-Kamera brauchbar und sie liefert bei Landschafts- und Innenaufnahmen Fotos mit einem spektakulär weiten Bildwinkel. Apropos Innenaufnahmen: Dabei sollten die Räume schon sehr gut beleuchtet sein, denn die Ultraweitwinkelkamera macht nur bis ISO 400 gute Bilder. Bei höheren Lichtempfindlichkeiten (d. h. bei wenig Licht) sieht man kein Rauschen im JPEG, aber die Bildbearbeitung bügelt alle Details glatt. Die niedrigste ISO-Zahl liegt übrigens bei nur 50, da sind die Bilder am besten.

Die Ultraweitwinkelkamera kann man übrigens nicht nur für sehr weite Landschaftsaufnahmen einsetzen, sondern beim Video auch zwei der drei Kameras kombinieren und gleichzeitig aufnehmen. Im Video erscheint dann links das eine Bild, z. B. das der Hauptkamera, ggf. etwas reingezoomt, und rechts das Bild der Ultraweitwinkelkamera. So nimmt das Smartphone zwei Perspektiven auf einmal im Video auf. "Duale Anzeige" nennt Huwawei das. Das gespeicherte Video hat dann 2.336 x 1.080 Pixel, d. h. FullHD auf das Seitenverhältnis des Displays (2,16:1 bzw. 19,5:9) angepasst. Ohne solche Gimmicks schafft auch die Ultraweitwinkelkamera übrigens 4K mit 30 Bildern/s. Die Datenrate beträgt dabei allerdings nur 31 MBit/s, was für 4K wirklich wenig ist und so ist die Qualität der Ultraweitwinkel-4K-Videos auch nur mittelmäßig.

Das wirkliche Highlight unter den drei Kameras des Huawei P30 Pro genauso wie beim P30 "non Pro" ist natürlich die 27mm-Hauptkamera mit satten 40 Megapixeln. Der Sensor ist laut Huawei eine Eigenentwicklung. Eine Besonderheit der Hauptkamera ist die Wahl der Farbfilter. Statt üblicher RGB-Bayermatrix-Filter, also den Farben Rot, Grün und Blau, kommt in dem Huawei P30 Pro ein RYB-Filter zum Einsatz, der statt Grün die Farbe Gelb besitzt. Die Anordnung ist wiederum wie bei Bayer-Filtern, d. h. pro Viererpixel sind Rot und Blau je einmal enthalten und treffen auf zwei Gelb-Pixel (statt normalerweise zwei Grün-Pixel). Huawei verspricht sich davon eine höhere Lichtdurchlässigkeit und Lichtausbeute, denn der Gelb-Filter schluckt weniger Licht als ein Grün-Filter.

  • Bild Die Telekamera des Huawei P30 Pro im Detail. [Foto: Huawei]

    Die Telekamera des Huawei P30 Pro im Detail. [Foto: Huawei]

Die Kamera-App stellt die Hauptkamera standardmäßig auf nur 10 Megapixel ein, sodass immer vier Kamera-Pixel zu einem Bildpixel zusammengeführt werden. Das kennt man vom 48-Megapixel-Sony-Sensor, z. B. im OnePlus 7 Pro. Die Fotos haben dann 3.648 x 2.736 Pixel und sind ungewöhnlich wenig bearbeitet. Praktisch das genaue Gegenteil der knackscharf gerechneten Ultraweitwinkelfotos. Technisch sind die 10-Megapixel-Fotos tatsächlich sehr gut für die weitere Bildbearbeitung geeignet. Noch etwas Schärfe reingedreht und die Bilder sehen wirklich großartig aus. Aber natürlich ist es auch sehr spannend zu sehen, wie denn die eigentlichen 40-Megapixel-Aufnahmen aussehen, die ja die Grundlage der 10-Megapixiel-Bilder sind.

Die 40 Megapixel lassen sich bei Huawei auch im ganz normalen Automatik-Modus anwählen, nicht nur im Pro-Modus der Kamera-App. Gespeichert werden dann satte 7.296 x 5.472 Pixel. Als JPEG haben diese pro Foto nur rund 8 MByte, als DNG satte 78 MByte. Auch hier sind die JPEGs sehr weich, könnten eine gehörige Portion Scharfzeichnung gebrauchen. Supergut gefallen uns die DNGs, die standardmäßig in Lightroom schon richtig gut aussehen und für die weitere Bearbeitung natürlich eine tolle Basis sind. Die Auflösung ist erstaunlich hoch, bis an den Bildrand und in die Bildecken. Der Helligkeitsverlust zum Rand hin, in den DNGs wieder gut zu sehen, wird in den JPGs ausgeglichen. Abers als bei der Ultraweitwinkelkamera ist bei der Hauptkamera aber alles im grünen Bereich.

Das gilt natürlich hauptsächlich bei niedrigen ISO-Zahlen. Bei ISO 400 setzt in den DNGs sichtbares, aber noch gut zu ertragendes Bildrauschen ein, bei den JPEGs wird dies wieder (für unseren Geschmack viel zu stark) weggebügelt. ISO 800 gefällt mir in DNG noch ganz gut, die JPEGs sind durch die starke Rauschunterdrückung schon "tot". Bei noch höheren ISO-Zahlen werden dann die Farben ausgewaschen. Ab ISO 1600 gibt sich die Bildbearbeitung quasi geschlagen und produziert äußerst unansehnliche Ergebnisse. Da hilft dann auch eine Reduzierung auf 10 Megapixel nicht mehr viel. Insofern sind die versprochenen astronomischen ISO-Werte in der Praxis nicht zu gebrauchen, außer man will halt mal auf dem Smartphone-Display zeigen: "Schau mal, mein Smartphone kann auch bei Nacht noch was sehen". Oder die Bilder nur auf dem Smartphone-Display anschauen (ohne hineinzuzoomen).

Bezüglich der Farbwiedergabe können wir übrigens nicht meckern. Dass normalerweise zwei grüne und nicht zwei gelbe Pixel pro Vierergruppe verwendet werden, hängt ja damit zusammen, dass in der Natur viel Grün vorkommt und man diese Farbe möglichst präzise und detailliert aufnehmen möchte. Huawei zeigt aber, dass dies offenbar auch mit gelben Farbfiltern gut funktioniert. Grüntöne werden jedenfalls nicht schlechter wiedergegeben als bei anderen Kameras mit normaler RGB-Farbfilter-Bestückung. Generell sind die Farben auch in der Standard-Einstellung schon etwas quietschig, also ziemlich kräftig. Bei Blumen beispielsweise, deren Blüten einen sanften Verlauf von Weiß nach Lila haben, ist auf den Fotos dann deutlich mehr Lila als in Wirklichkeit vorhanden. Die Farbwiedergabe entspricht etwa dem, was man normalerweise unter "Vivid Color" oder "Kräftige Farben" (oder "Velvia Film" bei Fujifilm-Systemkameras) einstellt. Ich stelle Kameras häufig so ein, weil mir kräftige Farben gefallen. Und so sieht Huawei das offenbar auch: Die Fotos sollen gefallen und nicht die Wirklichkeit naturgetreu wiedergeben.

  • Bild Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

Dennoch gibt es in der App sehr prominent die Möglichkeit statt "Standard" auch "weichere Farben" und "kräftige Farben" auszuwählen. Was an "weichere Farben" weich sein soll, erschließt sich mit nicht. Beides sind brutale Filter, die den Kontrast stark heraufsetzen und richtige knallige Farben erzeugen – "kräftige Farben" noch mehr als "weiche Farben". Die Fotos sehen dann aber auch markant aus, wie durch einen Filter gedreht. Sowas macht man lieber nachträglich in der Bildbearbeitung.

Die dritte Kamera im Bunde ist die 8-Megapixel-Telekamera. Die unterscheidet sich bei beiden Geräten. Beim P30 Pro ist insofern sehr spannend, dass diese um 90 Grad gedreht im Inneren des Gehäuses liegt und durch ein Prisma nach draußen schaut, praktisch so wie ein Periskop im U-Boot. So ähnlich arbeiten auch die innenliegenden Objektive in Outdoor-Kameras, mit einem entscheidenden Unterschied: Bei den Outdoor-Kameras ist ein Sensor für alle Brennweiten zuständig und innerhalb der Kamera befindet sich ein optisches Zoom mit beweglichen Linsengruppen. Beim Huawei P30 Pro ist es ein Festbrennweiten-Objektiv mit 125 mm Kleinbild-äquivalenter Brennweite. Das ist deutlich mehr, als wir von bislang üblichen "Tele-Kameras" in Smartphones kennen, die meist eher im Bereich der sogenannten Normal-Brennweiten liegen (50 mm Kleinbildbrennweite). Die Lichtstärke beträgt F3,4 – nur oder immerhin, je nachdem wie man das sehen mag. Das ist für die Brennweite in der Bauweise gar nicht schlecht und eben nur durch die feste Brennweite machbar (die Outdoor-Kameras mit Zoom bieten in Telestellung weitaus schlechtere Lichtstärken).

Dennoch führen der kleine Sensor und die nicht optimale Lichtstärke dazu, dass die Telekamera praktisch immer an ihrer Grenze arbeitet. Schon ISO-100-Aufnahmen sind nicht besonders detailliert und im Grunde weit davon entfernt, tatsächlich 8 Megapixel Bildinformation zu enthalten. Anders gesagt: zwischen den 10-Megapixel-Fotos der 27mm-Hauptkamera und den 8-Megapixel-Fotos der 125mm-Telekamera liegen Welten! Sobald das Licht ein wenig schlechter wird, muss die F3,4-Telekamera die ISO-Zahl hochdrehen und dann gehen immer mehr Details verloren. ISO 200 geht grade noch. Bei ISO 400 werden bei unseren Barbie-Puppen im Testaufbau die Haare schon nicht mehr aufgelöst. 

Zugute halten muss man der Telekamera, dass 125 mm wirklich schon "echtes Tele" ist, d. h. damit zoomt man wirklich weit ran. Darüber bietet die App noch eine 10x-Zoom-Stellung und man kann sogar bis 50x-Zoom digital ins Bild reinzoomen. Das sieht auf dem Smartphone-Display auch alles ganz spektakulär aus und ist quasi als Fernglas auch ganz nett (davon abgesehen, dass man bei solchen Zoomfaktoren das Smartphone gar nicht still genug halten kann). Der Hinweis der App, das Smartphone still zu halten, weil das Bild "schärfergestellt" würde, ist eher amüsant, denn obwohl der Bildstabilisator der Kamera sein bestes gibt, ist es schon bei 5-fach-Zoom praktisch unmöglich, den Bildausschnitt über einen längeren Zeitraum annähernd unverändert zu lassen. So sind die Bildergebnisse der größeren Brennweiten in der Praxis auch recht schwer vorherzusagen. Die üblicheren 3-fach-Telekameras  sind diesbezüglich tatsächlich "pflegeleichter", weil nicht so extrem.

  • Bild Die Kamera-App des Huawei P30 Pro gehört, wie schon bei den Vorgängermodellen, zu den besten Kamera-Apps am Markt. Sie ist übersichtlich und bietet viele Einstellungsmöglickeiten im Pro-Modus. Hier im Bild ist der einfachere Standard-Foto-Modus. [Foto: MediaNord]

    Die Kamera-App des Huawei P30 Pro gehört, wie schon bei den Vorgängermodellen, zu den besten Kamera-Apps am Markt. Sie ist übersichtlich und bietet viele Einstellungsmöglickeiten im Pro-Modus. Hier im Bild ist der einfachere Standard-Foto-Modus. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Pro-Modus der Huawei P30 Kamera-App bietet eine Wasserwaage und viele Aufnahmeparameter werden angezeigt und können manuell vorgegeben werden. [Foto: MediaNord]

    Der Pro-Modus der Huawei P30 Kamera-App bietet eine Wasserwaage und viele Aufnahmeparameter werden angezeigt und können manuell vorgegeben werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Kamera-App des Huawei P30 Pro bietet zahlreiche Modi für diverse Spezialanwendungen, darunter auch Zeitraffer oder Unterwasseraufnahmen. [Foto: MediaNord]

    Die Kamera-App des Huawei P30 Pro bietet zahlreiche Modi für diverse Spezialanwendungen, darunter auch Zeitraffer oder Unterwasseraufnahmen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Kamera-App des Huawei P30 Pro: Viele Einstellungen gelten gleichermaßen für den normalen Foto-Modus und auch für den Pro-Modus, in dem man viele Aufnahmeparameter einstellen kann. [Foto: MediaNord]

    Kamera-App des Huawei P30 Pro: Viele Einstellungen gelten gleichermaßen für den normalen Foto-Modus und auch für den Pro-Modus, in dem man viele Aufnahmeparameter einstellen kann. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die 40 Megapixel stehen beim Huawei P30 Pro auch im normalen Foto-Modus zur Verfügung. Nur das Raw-Format (DNG-Dateien) ist dem Pro-Modus vorbehalten.. [Foto: MediaNord]

    Die 40 Megapixel stehen beim Huawei P30 Pro auch im normalen Foto-Modus zur Verfügung. Nur das Raw-Format (DNG-Dateien) ist dem Pro-Modus vorbehalten.. [Foto: MediaNord]

Und eine solche 3-fach-Zoom-Telekamera mit 81 mm Brennweite hat das Huawei P30 (ohne "Pro). Die ist dafür mit F2,4 erheblich lichtstärker, was uns gut gefällt. Der 8-Megapixel-Sensor ist derselbe und im Großen und Ganzen gelten auch die in den beiden vorherigen Absätzen genannten Eigenschaften. Aber durch die bessere Lichtstärke fährt die Kamera nicht ganz so schnell die ISO-Zahl hoch und 81 mm Kleinbildbrennweite lässt sich auch viel besser ruhig halten, sodass die Optimierungsmaßnahmen der App besser greifen können. An Ende finden wir die 3x-Zoom-Telekamera des P30 viel praxisgerechter als die aufwändige 5x-Zoom-Periskop-Kamera des teureren P30 Pro, auch wenn dessen Telebrennweite natürlich "spektakulärer" ist.

Und dann ist da noch die Front-Kamera, also die Selfie-Kamera, die im Display in einem Ausschnitt ("Notch") eingebaut ist. Die Notch lässt sich, wie schon beim Vorgängermodell P20 Pro, übrigens optisch unsichtbar machen, das gefällt mir sehr gut. Der obere Balken wird einfach schwarz ausgefüllt, steht aber natürlich dennoch für Anzeigen zur Verfügung, die man auf schwarzem Hintergrund meist auch viel besser lesen kann als auf einem farbigen und unruhigen Hintergrund. Definitiv meine bevorzugte Einstellung!

Die Selfie-Kamera beider Modelle ist völlig verrückt! 32 Megapixel aus einem wirklich winzigen Sensor! Und das kann man nicht einmal auf z. B. 8 Megapixel heruntergerechnet speichern, sondern die Standard-Einstellung sind wirklich 32-Megapixel-Fotos. Die haben gerade mal 4 MByte und da sind auch nicht wirklich 32 Megapixel drin. Details fehlen in der 100%-Ansicht völlig. Haut ist glattgebügelt, Haare werden kaum aufgelöst. Auf dem Smartphone-Display sieht das komplette Foto erstmal gut aus, aber reinzoomen darf man wirklich nicht. Insofern erschließt sich mir der Vorteil der exorbitant hohen Sensor-Auflösung überhaupt nicht. Die Brennweite ist mit 26 mm übrigens noch moderat, eine sinnvolle, praxisgerechte Brennweite (und kein unansehnliches Ultraweitwinkel wie beim OnePlus 7 Pro). Nur hätte ein normaler 12-Megapixel-Sensor oder der 16-Megapixel-Sensor der rückseitigen Ultraweitwinkel-Kamera hier weitaus bessere Dienste geleistet. 

Fazit

Die 32-Megapixel-Selfie-Kamera lässt uns etwas ratlos zurück. Die Telekamera des Huawei P30 Pro mit ihrer 125mm-Brennweite und ihrem durch die Periskop-Technik lichtschwache Optik bietet zwar "echtes Tele", erscheint uns in der Praxis aber eher weniger nützlich als die Telekamera des günstigeren P30 "non Pro", das zwar weniger Tele, dafür aber eine höhere Lichtstärke hat. Die Highlights des Huawei P30 und P30 Pro sind zweifellos die 20-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera und die 40-Megapixel-Hauptkamera. Die Ultraweitwinkelkamera ist zu sehr "knackscharf" abgestimmt und die Bildqualität fällt zu den Bildrändern ziemlich ab. Insgesamt lässt sich damit aber gut arbeiten und spektakuläre Ultraweitwinkelaufnahmen schießen. Im Gegensatz zu den Ultraweitwinkel-Aufnahmen sind die Fotos der Hauptkamera kaum geschärft und technisch von sehr hoher Qualität, insbesondere die DNG-Rohdatei-Versionen. Egal ob als 10- oder 40-Megapixel-Version: Solange genug Licht vorhanden ist und die Kamera nicht die ISO-Zahl hochschrauben muss, sehen die Fotos der Hauptkamera großartig aus.

  • Bild Huawei P30. [Foto: Huawei]

    Huawei P30. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30. [Foto: Huawei]

    Huawei P30. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30. [Foto: Huawei]

    Huawei P30. [Foto: Huawei]

  • Bild Huawei P30. [Foto: Huawei]

    Huawei P30. [Foto: Huawei]

Vorteile

  • recht gute, praxisgerechte Ultraweitwinkel-Kamera
  • sehr gute Hauptkamera mit bis zu 40 Megapixel in erstaunlicher Qualität
  • nur P30: eines der wenigen aktuellen Top-Smartphones mit 3,5mm-Kopfhörerbuchse
  • sehr gute Displays

Nachteile

  • mäßige Telekamera; die 3x-Version beim P30 ist praxistauglicher als die 5x-Version des P30 Pro
  • fragwürdige Selfie-Kamera mit viel zu hoher nominaler Auflösung
  • nur P30 Pro: keine Kopfhörerbuchse