Gimbal-Kamera für Aufnahmen am Boden und in der Luft Mit der HoverAir Versa stellt HoverAir ein modulares Kamerasystem vor, das sich als kompakte Gimbal-Kamera und mit angesetztem Flight Kit als selbstfliegende Kamera nutzen lässt. Das 163 g leichte Handmodul arbeitet mit einem mechanischen 3-Achsen-Gimbal, einem 1/1,3-Zoll-Sensor und zeichnet 4K-Video mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. KI-gestützte Verfolgung, automatische Bildgestaltung sowie Sprach- und Gestensteuerung sollen Aufnahmen aus der Hand und in der Luft vereinfachen. Mit Flugmodul wiegt das System rund 230 g und bietet automatische Flugbewegungen, Handflächenstart und -landung sowie bis zu 14 Minuten Flugzeit.

  • Bild HoverAir Versa. <span>[Foto: HoverAir]</span>

    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

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Das Grundprinzip der HoverAir Versa ist ungewöhnlich: Das eigentliche Kameramodul wird im normalen Einsatz wie eine kleine Gimbal-Kamera in der Hand gehalten. Für Luftaufnahmen wird es in das Flight Kit eingesetzt, dessen seitliche Arme die gekapselten Propeller tragen. Das Handmodul wiegt 163 g, das komplette flugfähige System rund 230 g. Damit bleibt dieselbe Kamera in beiden Betriebsarten erhalten; Aufnahmen aus der Hand, Selfies, Verfolgungssequenzen und Luftbilder entstehen also mit demselben Sensor und derselben Stabilisierung. HoverAir sieht die Versa vor allem für Reisen, Vlogging und Situationen vor, in denen ein zusätzliches Fluggerät nicht separat mitgeführt werden soll.

Die Kamera nutzt einen 1/1,3-Zoll-CMOS-Sensor mit 12 Megapixeln und ein Weitwinkelobjektiv mit einer Kleinbild-Entsprechung von 16 mm und Lichtstärke F2,0. Videos zeichnet sie mit bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde auf; für Zeitlupen stehen bei 1080p bis zu 120 Bilder pro Sekunde zur Verfügung. HoverAir nennt außerdem 10 Bit H-Log und 10 Bit HDR sowie einen ungewöhnlich hohen Dynamikumfang von bis zu 17,5 Blendenstufen (Herstellerangabe). Für die Stabilisierung ist ein mechanischer 3-Achsen-Gimbal zuständig, während ein 1,64-Zoll-OLED am Griff der Bildkontrolle und Bedienung dient.

  • Bild HoverAir Versa. <span>[Foto: HoverAir]</span>

    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

Für unterschiedliche Ausgabeformate sieht das Datenblatt neben dem normalen Bildwinkel einen Ultraweitwinkel-Modus vor. Genannt werden 98 Grad im Standardmodus und 106 Grad in der weiteren Einstellung. Eine Open-Gate-Aufzeichnung nutzt die Sensorfläche im 4:3-Format und schafft damit Spielraum, das Material später für horizontale, quadratische oder vertikale Veröffentlichungen zuzuschneiden. Zusätzlich ist ein 2-facher Zoom vorgesehen. Gerade für Social-Media-Produktionen ist das relevant, weil sich aus einer Aufnahme unterschiedliche Seitenverhältnisse ableiten lassen, ohne die Kamera während der Aufnahme drehen zu müssen.

Für Aufnahmen aus der Hand stehen KI-gestützte Motivverfolgung und automatische Bildgestaltung bereit. Die Kamera soll Personen selbstständig erkennen, ihre Bewegung verfolgen und den Bildausschnitt entsprechend anpassen. Zusätzlich nennt HoverAir Sprach- und Gestensteuerung, sodass sich bestimmte Funktionen ohne direkten Zugriff auf das Display auslösen lassen. Zur Speicherung sind 64 GB interner Speicher vorgesehen, zusätzlich lässt sich der Speicher per microSD-Karte auf bis zu 1 TB erweitern. Im Handbetrieb nennt HoverAir eine Laufzeit von bis zu 180 Minuten bei 4K/30p. Damit ist die Versa nicht nur als Kamerakern für den Flug gedacht, sondern soll auch als eigenständige Pocket-Gimbal-Kamera für längere Aufnahmesituationen dienen.

Mit angesetztem Flight Kit kommen die autonomen Flugfunktionen hinzu. Start und Landung können von der Handfläche erfolgen, ein klassischer Fernsteuerungsbetrieb ist für die typischen automatisierten Aufnahmen nicht erforderlich. Die Versa kann einem Motiv selbstständig folgen und bietet mehr als 10 vorgegebene Flugmodi. Genannt werden unter anderem Orbit, Bird's Eye und Zoom Out; weitere Funktionen zielen auf automatisch erzeugte Kamerabewegungen. Das System erreicht laut Hersteller bis zu 36 km/h und soll Wind bis Stärke 5 widerstehen. Die maximale Flugzeit liegt bei 14 Minuten pro Akkuladung. Die Propeller sitzen innerhalb eines Schutzrahmens, was vor allem bei Starts und Landungen in unmittelbarer Nähe des Nutzers eine zusätzliche mechanische Abschirmung bietet.

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    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

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Eine Besonderheit ist AI Composition. Dabei analysiert die Versa die Szene und passt den Bildausschnitt automatisch an, um eine ausgewogene Komposition zu erzeugen. Die Funktion richtet sich damit weniger an die reine Motivverfolgung als an die Bildgestaltung. Einen anderen Ansatz verfolgt 3D World: Hier fliegt die Kamera eine definierte Bewegung um die Szene, nimmt sie aus mehreren Richtungen auf und erzeugt daraus eine dreidimensional rekonstruierte Ansicht, die anschließend aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden kann. HoverAir beschreibt diese Funktionen als Teil eines stärker automatisierten Aufnahmekonzepts. Wie zuverlässig die automatische Gestaltung in komplexen Szenen arbeitet und welche Grenzen die 3D-Rekonstruktion hat, werden erst Praxistests zeigen.

Für die Einordnung ist auch wichtig, was aus den bislang veröffentlichten Unterlagen noch nicht eindeutig hervorgeht. Eine europäische C-Klassifizierung nennt HoverAir für die Versa derzeit nicht. Ebenso fehlen in der deutschen Pressemitteilung detaillierte Angaben dazu, welche Funktionen ohne Smartphone oder zusätzliches Zubehör verfügbar sind und wie sich die Bedienung in allen Flugmodi aufteilt. Die technischen Daten zeigen zudem den grundsätzlichen Kompromiss des Konzepts: Im Handbetrieb bleibt die Kamera mit 163 g sehr leicht, im Flugmodus muss derselbe Akku zusätzlich die Motoren versorgen. Entsprechend sinkt die angegebene Laufzeit von bis zu 180 Minuten bei Handheld-Video auf maximal 14 Minuten Flugzeit. Dafür entfällt der Wechsel zwischen zwei getrennten Kamerasystemen.

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    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

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    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

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    HoverAir Versa. [Foto: HoverAir]

Für den US-Markt hat das modulare Konzept regulatorische Folgen. ComputerBase berichtet, dass das Kameramodul am 9. August zunächst eine FCC-Zulassung erhielt; das Flight Kit wurde als Zubehör ohne eigenes Funkmodul behandelt. Die FCC erklärte die Genehmigung später für irrtümlich, setzte sie außer Kraft und entfernte den Eintrag aus ihrer Datenbank. Nach Auffassung der Behörde gilt bereits die Kamera als im Ausland produzierte kritische Komponente eines unbemannten Flugsystems; mit Flight Kit wird daraus zudem ein ausländisches UAS. HoverAir wurde angewiesen, Import, Vermarktung und Verkauf der Versa in den USA einzustellen. Für US-Adressen fehlen auf Indiegogo inzwischen Pakete mit Flight Kit; HoverAir verweist gegenüber Unterstützern auf logistische Anpassungen. Die Entscheidung betrifft nur den US-Markt. (siehe weiterführende Links am Ende dieser Meldung)

Die HoverAir Versa wird seit dem 18. August 2026 über Indiegogo angeboten. Der Early-Bird-Preis für die reine Kamera startet beim Gegenwert von 449 US-Dollar in HKD; Preise in anderen Währungen können sich mit dem Wechselkurs ändern. Eine unverbindliche Preisempfehlung für den späteren regulären Handel nennt HoverAir bislang nicht. Nach Abschluss der Crowdfunding-Kampagne soll die Versa voraussichtlich ab Herbst 2026 auch regulär erhältlich sein; für Unterstützer der Kampagne ist die Auslieferung nach derzeitigem Stand ab Oktober vorgesehen. Auf der IFA in Berlin will HoverAir das System vom 4. bis 8. September 2026 zeigen.