Mit der Osmo Pocket 4 verbessert DJI seine kompakten Gimbal-Kameras in mehreren relevanten Punkten. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger grundlegende Änderungen am Konzept als vielmehr ein spürbarer Ausbau bei Zeitlupe, Tracking, Bedienung, internem Speicher, Audio und Ausdauer. Die Kamera arbeitet mit einem 1-Zoll-CMOS-Sensor und nimmt Videos bis 4K mit 240 Bildern pro Sekunde auf, womit spektakuläre bis zu 10-fache Zeitlupe in hoher 4K-Auflösung möglich sind. DJI nennt außerdem einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen und 10-Bit D-Log. Damit richtet sich das Modell vor allem an Anwender, die aus einer sehr kompakten Kamera mehr Reserven für Zeitlupe, Farbkorrektur und kontrastreiche Motive herausholen wollen.
Auch bei den Video- und Empfindlichkeitsdaten legt das neue Modell zu. Die Osmo Pocket 4 schafft bis zu 180 MBit/s Videodatenrate (Osmo Pocket 3: max. 130 MBit/s). Hinzu kommen höhere ISO-Grenzen: Die Osmo Pocket 4 erreicht bis ISO 12.800 für Foto, Video und Zeitlupe sowie bis ISO 25.600 im Low-Light-Video-Modus, während die Osmo Pocket 3 hier niedrigere Werte bietet. Das spricht dafür, dass DJI nicht nur auf auffälligere Slow-Motion-Effekte zielt, sondern auch auf mehr Reserven in schwierigen Lichtsituationen und bei Motiven mit komplexen Helligkeitsverläufen. Gerade für Reiseclips, Reportagen und Vlogs bei wechselndem Licht dürfte das einer der wichtigeren praktischen Unterschiede zum Vorgängermodell sein.
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Generation liegt beim Tracking. Die Osmo Pocket 4 nutzt ActiveTrack 7.0 und ergänzt dies um Intelligent Focusing. Hinzu kommen Funktionen wie Motivfixierung, Priorität für ein registriertes Motiv sowie die Tracking-Modi Spotlight Follow und Dynamic Framing. Zusätzlich wird hervorgehoben, dass sich Motive mit ActiveTrack 7.0 bis zu einem digitalen 4-fach-Zoom verfolgen lassen.
Für die Bedienung führt DJI ebenfalls mehrere praktische Neuerungen ein. Die Osmo Pocket 4 besitzt eine eigene Zoom-Taste, über die sich zwischen 1x und 2x verlustfreiem Zoom umschalten oder direkt auf 4x springen lässt. Hinzu kommt eine frei belegbare Voreinstellungstaste sowie ein 5D-Joystick zum Zurückschwenken, Zentrieren oder Umdrehen der Kamera. Das Display erreicht jetzt 1.000 Nits Helligkeit (bei der Osmo Pocket 3 sind es 700 Nits). Gerade im mobilen Einsatz, etwa bei Außendrehs oder bei schnellem Wechsel zwischen verschiedenen Aufnahmesituationen, dürfte das neue Bedienkonzept den Alltag stärker verändern, als es das zum Vorgängermodell sehr ähnliche Design vermuten lässt. Statt stärker über das Menü zu arbeiten, lassen sich wichtige Funktionen direkter aufrufen. Ergänzt wird dies um Aufnahmehilfen wie Filmlooks, Video mit langer Belichtungszeit, kamerainterne Hautanpassungen und ein ansteckbares Fülllicht mit drei Helligkeitsstufen und einstellbarer Farbtemperatur. Ein besonders praxisnaher Fortschritt (auch angesichts der aktuellen Speicherpreise) dürfte für viele Anwender auch der üppige eingebaute Speicher von 107 GB mit hohen Übertragungsraten von bis zu 800 MB/s sein.
Auch beim Ton baut DJI das System aus. Die Osmo Pocket 4 unterstützt die direkte Verbindung zu DJI Mic 2, DJI Mic 3 und DJI Mic Mini und ermöglicht eine 4-Kanal-Audioaufnahme. Damit wächst die neue Generation bei der Audiotechnik über das klassische Vlog-Setup hinaus und wird flexibler für Interviews, kleine Mehrpersonen-Situationen oder Produktionen mit mehreren getrennten Tonquellen.
Spürbar erweitert hat DJI auch die Laufzeit. Für die Osmo Pocket 4 werden bis zu 240 Minuten Aufnahmezeit bei 1080p und 24 Bildern pro Sekunde angegeben. Die Osmo Pocket 3 kommt unter vergleichbaren Bedingungen auf 166 Minuten. Der Akku der Osmo Pocket 4 soll in 18 Minuten auf 80 Prozent laden. Bei der Osmo Pocket 3 sind es 16 Minuten bis 80 Prozent. Die Ladegeschwindigkeit bleibt damit in einer ähnlichen Größenordnung, die mögliche Laufzeit steigt jedoch deutlich. Dazu passt die größere Akkukapazität der neuen Kamera. Für mobile Einsätze ohne ständiges Nachladen oder Powerbank-Wechsel ist das ein praktischer Vorteil, der im Alltag wahrscheinlich häufiger auffällt als einzelne Detailwerte aus dem Datenblatt.
Beim Zubehör und bei den Bundles staffelt DJI das Angebot in drei Pakete. Die Standard Combo hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro und enthält die Kamera, ein USB-C-auf-USB-C-PD-Kabel nach USB 3.1, die Gimbal-Klemme (Transportsicherung) und die Handschlaufe sowie die Griffverlängerung mit 1/4-Zoll-Gewinde und einen Tragebeutel. Die Kreativ Combo kostet 619 Euro und ergänzt die Standard Combo um das Weitwinkelobjektiv, den DJI Mic 3 Sender (Funkmikrofon) und das Fülllicht. Bestellbar ab sofort, soll der Versand voraussichtlich am 22. April 2026 starten.