Smartphone mit 4-fach-Kamera in Kooperation mit Leica Jährlich, immer im Frühjahr, gibt es ein neues Smartphone-Top-Modell von Huawei. Das aktuelle Spitzenmodell Huawei P30 Pro folgt nach fast genau einem Jahr auf das P20 Pro. Und es hat in Sachen Kameratechnik wieder etwas Neues zu bieten und hat den Anspruch die derzeit beste Kamera in einem Smartphone zu haben. Erstmals gibt es in einem Smartphone jetzt ein richtiges Tele-Kameramodul mit 125 mm äquivalenter Brennweite.

  • Bild Drei Kameramodule, die untere über ein Prisma quer im Gehäuse eingebaut, sowie eine TOF-Kamera für die Tiefeninformation bilden die 4-fach-Kameraeinheit des Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

    Drei Kameramodule, die untere über ein Prisma quer im Gehäuse eingebaut, sowie eine TOF-Kamera für die Tiefeninformation bilden die 4-fach-Kameraeinheit des Huawei P30 Pro. [Foto: Huawei]

Die Kamera des Huawei P30 Pro setzt sich aus vier Sensoren zusammen, drei davon liefern die Fotos, ein vierter Sensor die Tiefeninformationen, d. h. wie weit die verschiedenen Motivteile bei der Aufnahme vom Smartphone entfernt sind. Das wird zur Berechnung des Bokeh-Effekts verwendet, mit dem bei Porträt-Aufnahmen der Hintergrund unscharf gezeichnet wird, um einen Effekt nachzuahmen, wie man ihn bei konventionellen Kameras mit großem Sensor in Verbindung mit einem lichtstarken Objektiv erreichen würde. Die eigentlichen Fotos kommen aber aus den drei eigentlichen Kameramodulen:

Eine 8-Megapixel-Telekamera liegt im Inneren des Gehäuses und schaut durch ein Prisma nach draußen, praktisch so wie ein Periskop im U-Boot. So ähnlich arbeiten auch die innenliegenden Objektive in Outdoor-Kameras, mit einem entscheidenden Unterschied: Bei den Outdoor-Kameras ist ein Sensor für alle Brennweiten zuständig und innerhalb der Kamera befindet sich ein optisches Zoom mit beweglichen Linsengruppen. Beim Huawei P30 Pro ist es ein Festbrennweiten-Objektiv mit 125 mm oder 135 mm Kleinbild-äquivalenter Brennweite (siehe folgender Kasten). Das ist deutlich mehr als wir von bislang üblichen "Tele-Kameras" in Smartphones kennen, die meist eher im Bereich der sogenannten Normal-Brennweiten liegen (50 mm Kleinbildbrennweite). Die Lichtstärke soll – immerhin – noch F3,4 betragen. Das ist für solch ein Objektiv gar nicht schlecht und eben nur durch die feste Brennweite machbar (die Outdoor-Kameras mit Zoom bieten in Telestellung weitaus schlechtere Lichtstärken).

125 oder 135 mm Telebrennweite? Die technischen Daten hinsichtlich der Kameratechnik bei Huawei sind sehr lückenhaft. Manches muss man sich zusammenreimen. Der Aufdruck auf dem Gehäuse (bzw. die Renderings) des P30 Pro sagen eindeutig "16-125 mm". Das passt aber nicht zu sonstigen Angaben in der Kommunikation des Unternehmens. Dort ist z. B. von einem 10-fach-Hybrid-Zoom mit 270 mm die Rede. Wenn 10-fach 270 sind, dann muss 5-fach, also der rein optische "Zoom" ja 135 mm Telebrennweite sein, nicht 125 mm. Auch geht Huawei bei der Zoomfaktor-Angabe von der "Start-Brennweite" von 27 mm aus (wozu ja die 10-fach-Angabe passt). Ausgehend davon ist 5x27 auch nicht 125 mm sondern 135 mm. Hat die Telekamera nun also 125 mm kleinbildequivalente Brennweite, wie es auf dem Gehäuse steht oder 135 mm wie es sich aus allen technischen Daten schließen lässt?

Eine 40 Megapixel-Weitwinkelkamera mit F1,6-hochlichtstarker 27 mm Kleinbildbrennweite ist die eigentliche Hauptkamera. Die hohe Auflösung dient auch dazu den Brennweiten-Bereich zwischen diesem Haupt-Objektiv (= 1x-Zoom) und dem Teleobjektiv (theoretisch 5x-Zoom) zu schließen. Laut DXOMARK (dazu später noch mehr) wird für Aufnahmen bis unter 3-fach-Zoom ausschließlich die Hauptkamera genutzt. Zwischen 3x- bis unter 5x-Zoom werden die Fotos aus Hauptkamera und Telekamera kombiniert (ab 5x wird dann ausschließlich die Telekamera genutzt). Eine Besonderheit der Hauptkamera ist die Wahl der Farbfilter. Statt üblicher RGB-Bayermatrix-Filter, also den Farben Rot, Grün und Blau, kommt in dem Huawei P30 Pro RYB-Filter zum Einsatz, der statt Grün die Farbe Gelb besitzt. Die Anordnung ist wiederum wie bei Bayer-Filtern, d. h. pro Viererpixel sind Rot und Blau je einmal enthalten und treffen auf zwei Gelb-Pixel (statt normalerweise zwei Grün-Pixel). Huawei verspricht sich davon eine höhere Lichtdurchlässigkeit und Lichtausbeute, denn der Gelb-Filter schluckt weniger Licht als ein Grün-Filter. 

Als dritte Kamera gibt es zusätzlich noch eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 16 mm kleinbildäquivalenter Brennweite mit 20 Megapixel-Auflösung und einer Lichtstärke von F2,2. Dieses Objektiv rechnet Huawei interessanterweise gar nicht in den Gesamt-Zoombereich hinein, sondern spricht bei seiner Telekamera von einem optischen 5-fach-Zoom (und 10-fach "Hybridzoom), während 135 mm geteilt durch 16 mm ja schon fast 8,5-fach optisches Zoom bedeuten würde.

Die Ultraweitwinkelkamera kannst du übrigens nicht nur für sehr weite Landschaftsaufnahmen einsetzen, sondern beim Video auch zwei der drei Kameras kombinieren und gleichzeitig aufnehmen. Im Video erscheint dann links das eine Bild, z. B. das der Hauptkamera, ggf. etwas reingezoomt, und rechts das Bild der Ultraweitwinkelkamera. So hast du zwei Perspektiven auf einmal im Video. Dual-View-Video nennt Huwawei das. Diese Funktion wird mit einem späteren Betriebssystem-Update zur Verfügung stehen. Apropos Video. Natürlich beherrscht das Huawei P30 Pro 4K-Video, und das sogar mit 60 Bildern/s. 

Auch die Front-Kamera, also die Selfie-Kamera ist übrigens sehr hochauflösend mit 32 Megapixeln und einer F2,0-Lichtstärke. Diese ist identisch übrigens auch in dem ebenfalls neu vorgestellten etwas kleineren Schwestermodell enthalten, dem Huawei P30 "ohne Pro". Die Daten der anderen Kameramodule weichen allerdings von der Pro-Version ab. Bei der Telekamera handelt es sich zwar ebenfalls um ein 8-Megapixel-Modul, es ist aber keine Periskopkameras und die Brennweite wird wesentlich kürzer sein als beim P30 Pro. Genaues geben die Daten von Huawei dazu nicht her. Klar ist nur, dass die Lichtstärke dafür besser ist: diese ist mit F2,4 angegeben (statt F3,4). Etwas schlechter dagegen die Lichtstärke der 40-Megapixel-Hauptkamera (F1,8 statt F1,6). Die Ultraweitwinkel-Kamera scheint identisch zu sein. Vollständig fehlt bei dem etwas günstigeren P30 die Time-of-Flight-Kamera für die Tiefeninformation.

  • Bild Vierfach-Kamera des Huawei P30 Pro. Die TOF-Kamera sitzt separat neben dem LED-Blitz. Auf diesem Foto steht klar "125mm", alle technischen Daten lassen aber eher auf 135 mm Telebrennweite schließen. [Foto: Huawei]

    Vierfach-Kamera des Huawei P30 Pro. Die TOF-Kamera sitzt separat neben dem LED-Blitz. Auf diesem Foto steht klar "125mm", alle technischen Daten lassen aber eher auf 135 mm Telebrennweite schließen. [Foto: Huawei]

DXOMARK hat die Kameraleistung der Huawei P30 Pro übrigens schon ausführlich untersucht, mit dem Ergebnis, dass diese den bisherigen Spitzenreiter P20 Pro wirklich nur minimal übertrifft. Gelobt wird dabei die herausragende Tele-Leistung, die in dieser Form derzeit ja kein anderes Smartphone bietet, sowie die gleichmäßig guten Leistungen in allen Disziplinen. Der unten verlinkte Artikel (in Englisch) von DXOMARK ist sehr interessant und verrät einige Details und ist definitiv einen Blick wert.

Für weitere Details zu den beiden neuen Huawei-Smartphones geben wir hier noch die Original-Pressemitteilung wieder. Sehr viele Details enthält auch noch die Hersteller-Website. Wir haben direkte Links zu beiden Modellen am Ende dieses Artikels eingefügt.
 

Huawei stellt die P30 Serie vor

Huawei P30 und Huawei P30 Pro setzen mit innovativer Kamera-Technologie neue Maßstäbe in der Fotografie

Huawei hat heute im Pariser Convention Center die neuen Modelle der Huawei P-Serie vorgestellt. Das Huawei P30 mit Leica Triple-Camera und das Huawei P30 Pro mit revolutionärer Leica 4-fach Kamera und neuem RYYB-Filter sind die fortschrittlichsten Kamera-Smartphones des Unternehmens und setzen neue Maßstäbe in der mobilen Fotografie – insbesondere in der Low-Light-Fotografie und beim Zoom.

„Die Huawei P30 Serie verkörpert einen Durchbruch nach jahrelanger Technologie-Entwicklung für Digitalkameras, der Standards und Konsumentenwahrnehmung der mobilen Fotografie neu definieren wird“, so Richard Yu, CEO der Huawei Consumer Business Group. „Innovationen wie der Huawei SuperSpectrum-Sensor und das SuperZoom-Objektiv ermöglichen uns nicht nur Fotografie, sondern auch Videografie auf das nächste Level zu heben. Die Huawei P30 Serie läutet eine neue Ära für kommende Smartphone-Generationen ein.“


Neue Standards der Fotografie für professionelle lebensechte Bilder

  • Bild Die Telekamera des Huawei P30 Pro im Detail. [Foto: Huawei]

    Die Telekamera des Huawei P30 Pro im Detail. [Foto: Huawei]

Das Huawei P30 Pro ist mit einer Leica 4-fach Kamera ausgestattet, die sich aus einer 40 Megapixel (MP) Hauptkamera mit dem Huawei SuperSpectrum-Sensor, einer 20 MP Ultra-Weitwinkel-, 8 MP SuperZoom- sowie einer Huawei Time of Flight-Kamera (TOF) zusammensetzt.

Der neue Sensor weicht mit seinem RYYB-Filter vom herkömmlichen RGB-Bayer-Filter ab, indem die grünen Pixel durch gelbe Pixel ersetzt wurden. Dies führt zu mehr Lichtdurchlässigkeit und entsprechend hohen maximalen ISO-Werten von 204.800 bei dem Huawei P30 und 409.600 bei dem Huawei P30 Pro. Neben der Verwendung großer Pixel sorgt Huawei mit dieser innovativen Sensor-Technologie für außergewöhnliche Foto- und Videoaufnahmen in verschiedensten Umgebungen und Lichtverhältnissen. Dadurch ergeben sich in der Low-Light-Fotografie nie dagewesene Möglichkeiten.


Eine Kamera, die eine neue Welt eröffnet

Das 40 MP Weitwinkel-Objektiv mit einer Blende von f/1.6 fängt auch große Szenerien ein. Gemeinsam mit dem lichtstarken RYYB-Sensor macht das Huawei P30 Pro hellere Bilder bei allen Lichtverhältnissen. Dank Huawei AIS und OIS sind sogar Langzeitaufnahmen bei Nacht gestochen scharf.
Das Huawei SuperZoom-Objektiv eröffnet eine neue Dimension der Zoom-Fotografie und wurde clever in das kompakte Huawei P30 Pro integriert. Mithilfe seines Periskop-Designs unterstützt der SuperZoom eine hochauflösende Vergrößerung mit 5-fach optischem Zoom, bis zu 10-fach Hybrid-Zoom und 50-fachem digitalem Zoom. Ein Prismen-Element in der Zoom-Kamera bricht das Licht im rechten Winkel, um die Brennweite zu maximieren, ohne die Kamerahöhe zu beeinflussen. Motive lassen sich durch das neue Objektiv ganz nah heranholen, ohne auf Bildqualität verzichten zu müssen.

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