Innovative, vollsphärische Panoramakamera angekündigt Ricoh, im 360-Grad-Kamera-Bereich bekannt durch seine seit 2013 erhältliche Theta-Produktreihe, hat das Unternehmen Vecnos "ausgegründet" und will damit die Selfies neu erfinden. Shu Ubukata von Ricoh ist der Mastermind der Ricoh-Theta-Entwicklung und wird als CEO das neue Unternehmen Vecnos leiten. Ziel ist es, der Rundum-Fotografie jetzt zum Durchbruch im Massenmarkt zu verhelfen. Vecnos zielt dabei insbesondere auf „Social Media Natives“. Ein edles, ultrakompaktes Design und innovative Hardware sowie Apps zur Bild- und Videobearbeitung sollen das erste Vecnos-Produkt zum „Must-Have“ für junge Leute machen.

  • Bild Auf der Vorderseite der Vecnos 360-Grad-Kamera befinden sich der Ein/Aus-Schalter und der Auslöser. [Foto: Vecnos]

    Auf der Vorderseite der Vecnos 360-Grad-Kamera befinden sich der Ein/Aus-Schalter und der Auslöser. [Foto: Vecnos]

  • Bild Dreht man die Vecnos 360-Grad-Kamera um 90-Grad, befindet sich dort der Umschalter zwischen Foto- und Video-Aufnahmemodus. [Foto: Vecnos]

    Dreht man die Vecnos 360-Grad-Kamera um 90-Grad, befindet sich dort der Umschalter zwischen Foto- und Video-Aufnahmemodus. [Foto: Vecnos]

  • Bild Auf der Rückseite der Vecnos 360-Grad-Kamera erkennt man ein Stereomikrofon. [Foto: Vecnos]

    Auf der Rückseite der Vecnos 360-Grad-Kamera erkennt man ein Stereomikrofon. [Foto: Vecnos]

  • Bild  [Foto: Vecnos]

Spannend ist dabei durchaus das technische Design des jetzt gezeigten Prototypen. Statt der üblichen zwei Kameramodule und Objektive, die bei der Ricoh Theta und sehr vielen anderen vollsphärischen Panoramakameras zum Einsatz kommen, werden in der ersten Vecnos-Kamera, die auf den ersten Blick wie eine kleine Taschenlampe aussieht, gleich vier Objektive und Bildsensoren zum Einsatz kommen. Drei Stück sind rund um das Gehäuse herum im 120-Grad-Abstand verteilt. Das vierte sitzt oben auf dem Gehäuse. Ähnliche Setups (mit mehr als zwei Kameramodulen) gibt es auch heute schon, sie sind aber professionellen Geräten vorbehalten. Auch im Consumer-Bereich unter 1.000 Euro gab es schon solche Kameras, die jedoch keine große Marktbedeutung erreichen konnten.

  • Bild Die Vecnos 360-Grad-Kamera ist sehr schlank und erinnert vom Design her an eine Taschenlampe. [Foto: Vecnos]

    Die Vecnos 360-Grad-Kamera ist sehr schlank und erinnert vom Design her an eine Taschenlampe. [Foto: Vecnos]

  • Bild Auf diesem Fotos sieht man die Anordnung der Objektive des Vecnos-Prototypen am besten. Oben sitzt ein Objektiv und drei weitere sind im 120-Grad-Winkel um das Gehäuse verteilt. [Foto: Vecnos]

    Auf diesem Fotos sieht man die Anordnung der Objektive des Vecnos-Prototypen am besten. Oben sitzt ein Objektiv und drei weitere sind im 120-Grad-Winkel um das Gehäuse verteilt. [Foto: Vecnos]

Technisch sehr interessant an dem Konzept ist, dass die Fotos (und ggf. Videos) bei Kameras mit mehr als zwei Objektiven potenziell eine höhere Auflösung und vor allem eine gleichmäßigere Qualität haben können. Bei zweiäugigen Panoramakameras hingegen besteht das Problem, dass es immer Bereiche mit guter und Bereiche mit eher schlechter Bildqualität im Panorama gibt. Die beste Qualität erreichen zweiäugige Kamera in den Bildbereichen, in denen die beiden Objektive bei der Aufnahme ihr Zentrum hatten. Von dort an fällt die Qualität mehr oder weniger kontinuierlich stark ab und im Übergangsbereich der beiden Kamera ist es mit der Auflösung und Schärfe dann meist nicht allzu weit her.

Panoramakameras mit mehr als zwei "Augen" haben den Vorteil, dass sie diese kritischen Randbereiche nicht so stark ausreizen müssen, sondern die Teile des endgültigen Panorama jeweils aus den Bereichen der Teilbilder gewonnen werden können, in denen die Qualität und Auflösung gut sind. Allerdings erfordert das Zusammensetzen solcher komplexer Teilbilder unter Umständen mehr Aufwand beim Stitching der Teilbilder. Zudem kosten vier Kameramodule natürlich potenziell mehr als zwei. Insofern ist es interessant (aber natürlich auch sehr löblich), dass Vecnos damit auf den Massenmarkt los will.

Die erste Kamera von Vecnos soll noch 2020 auf den Markt kommen. Dazu gehört, wie üblich, eine Smartphone-App, mit der die Bilder unkompliziert optimiert und auf sozialen Kanälen geteilt werden können. Weitere Details sind noch nicht bekannt. Nachfolgend haben wir die Original-Pressemitteilung in ihrer deutschen Fassung eingefügt. Darunter befindet das Intro-Video für die neue, noch namenlose Kamera.

Intro-Video