4K-Actioncam Die GoXtreme Black Hawk 4K von Easypix ist eine "klassische" Actioncam mit Unterwassergehäuse. Sie schafft 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde, 2,5K mit 60 fps, 1080p mit 120 fps, und 720p mit 200 fps.Möglich wird diese durch einen leistungsfähigen Ambarella A12-Prozessor, der die Bilder vom Sony IMX117 Bildsensor (12 Megapixel) verarbeitet. Die Kamera besitzt ein 2 Zoll großes Farbdisplay als Sucher, zur Wiedergabe und für die Menüführung. Alternativ gibt es WLAN/WiFi zur Verbindung mit dem Smartphone (Android oder iOS). Der Straßenpreis beträgt derzeit (inklusive großen Lieferumfangs) günstige 200 Euro. Wir haben die GoXtreme Black Hawk 4K im Test näher untersucht.

Eine Anmerkung vorweg: Obwohl die GoXtreme Black Hawk 4K noch recht neu auf dem Markt ist (Markteinführung Ende Oktober 2016), hat der Hersteller angekündigt, auf der CES in Las Vegas Anfang Januar das Nachfolgemodell Black Hawk 4K+ zu zeigen. Wesentlicher oder womöglich sogar einziger Unterschied zur hier getesteten Black Hawk 4K "ohne Plus" scheint zu sein, dass das neue Modell zwei Mikrofone zur Stereoton-Aufzeichnung eingebaut hat (gegenüber einem Mono-Mikrofon bei der Black Hawk 4K "ohne Plus").

  • Bild Easypix GoXtreme Black Hawk 4K wird mit einem bis 60 Meter wasserdichten Schutzgehäuse geliefert. [Foto: Easypix]

    Easypix GoXtreme Black Hawk 4K wird mit einem bis 60 Meter wasserdichten Schutzgehäuse geliefert. [Foto: Easypix]

Ausstattung

Die wichtigsten Leistungsmerkmale habe ich in der Einleitung schon kurz angerissen und will diese hier nicht wiederholen, sondern klinke diesmal gleich hier oben unsere Daten- und Ausstattungs-Tabelle ein. Kurz gesagt: Die Kamera bietet alles, was eine Actioncam können sollte, inklusive Serienbildaufnahme (Burst) und Zeitrafferaufnahme (Timelapse, sowohl als einzelne Fotos als auch als in der Kamera fertig verarbeitetes Video). Nicht geeignet ist sie als Auto-Kamera (ein Modus, den heute ebenfalls viele Actioncams haben), d. h. einen automatischen Start beim Anlegen einer Stromversorgung in Verbindung mit einer Loop-Aufnahme (bei denen die jeweils ältesten Aufnahmen durch neue überschrieben werden) besitzt sie nicht.

Ungewöhnlich für eine Actioncam ist allerdings die Einschränkung der Aufzeichnungsdauer: Die Kamera beendet die Videoaufzeichnung nach 29 Minuten. Der Anwender muss die Aufzeichnung dann neu starten. Dies dürfte Zoll-technische (finanzielle) Gründe haben. Die Kamera gilt damit als Fotokamera und nicht als Videokamera und es fällt dafür weniger Einfuhr-Zoll an. Für eine Actioncam ist das aber schon sehr ungewöhnlich – die GoXtreme Black Hawk 4K ist die erste jemals von uns getesteten Actioncam, die diese Einschränkung hat.

Hersteller Easypix
Typenbezeichnung GoXtreme Black Hawk 4K
Preis (UVP) 249,00 EUR
Abmessungen 61 x 42 x 23 mm
Gewicht 77 g (betriebsbereit)
Sensorgröße
1/2,3"6,2x 4,6 mm(Cropfaktor 5,6)
Effektive Sensorauflösung 12,4 Megapixel
SoC (System on Chip)
Spritzwasserschutz (Kamera) nein
Wasserdicht (Kamera) nein
Staubdicht (Kamera) nein
Stoßfest nein
Frostsicher ja, bis -5° C
Kamera-Stativgewinde optional
Ausstattung
Unterwasser-Gehäuse vorhanden
Gehäuse wasserdicht bis 60 m
Volle Bedienbarkeit im Gehäuse ja
Gehäuse-Stativgewinde optional
Objektiv
Bildwinkel diagonal 170 Grad
Lichtstärke k. A.
Fokus Fixfokus
Brennweite (real / KB-Equiv.) 3 mm / –
Video
Videoauflösung / Bilder pro Sekunde
3.840 x2.160(16:9)30p
2.880 x2.160(4:3)30p
2.704 x2.028(4:3)30p
2.704 x1.520(16:9)30p
2.560 x1.440(16:9)60p
2.560 x1.440(16:9)30p
2.560 x1.440(16:9)30p
1.920 x1.440(4:3)30p
1.920 x1.080(16:9)120p
1.920 x1.080(16:9)100p
1.920 x1.080(16:9)60p
1.920 x1.080(16:9)30p
1.280 x960(4:3)120p
1.280 x960(4:3)60p
1.280 x960(4:3)30p
1.280 x720(16:9)240p
1.280 x720(16:9)200p
1.280 x720(16:9)120p
1.280 x720(16:9)60p
1.280 x720(16:9)30p
800 x48030p
640 x480(4:3)240p
640 x480(4:3)30p
320 x240(4:3)30p
Videoformat / Codec
MPG4(Codec H.264)
Mikrofon Mono
Lautsprecher Mono
Bildstabilisator digital
Foto
maximale Fotoauflösung 4.608 x 3.456 Pixel (interpoliert)
Automatischer Weißabgleich ja
Manueller Weißabgleich ja
Serienbildfunktion ja / 3 Bilder pro Sekunde
Intervallfunktion ja
Bewegungserkennung nein
180° Bilddrehung nein
Besonderheiten Zeitlupenfunktion, Zeitraffer-Video 1, 2, 5, 10, 30 oder 60 s, Selbstauslöser 3, 5, 10, 30 oder 60 s, Belichtungskorrektur -3 bis +2 EV, Weißabgleich Auto, Bewölkt, Tageslicht, Wasser, Outdoor, Loop-Funktion nur über Smartphone-App aktivierbar und deaktivierbar.
Foto + Video simultan k. A.
Display
Display 2,0"-Display (Farbe) für Sucher und Wiedergabe
Konnektivität
WiFi vorhanden
Smartphone App Android, iOS
NFC nein
USB-Anschluss Micro-USB-Anschluss (USB 2.0)
HDMI-Anschluss Mini-HDMI (Typ C)
Speicher und Energieversorgung
Externe Stromversorgung ja
Akku wechselbarer Akku (1.050 mAh), Laufzeit 51 Minuten (Video), USB-Ladefunktion
Speicherkarte micro SD-Card
Technische Hinweise Aufzeichnungsdauer pro Video max. 29 Minuten.
mitgeliefertes Zubehör u. a. Gehäuse mit geschlossener und offener Rücktür, Fahrrad-Halterung, 2 Klebe-Halterungen (beide für plane Oberflächen) und Riemen, Winkel für Halterungen, 1/4"-Adapter, Sicherungsschlaufe, Putztuch, Akku, USB-Kabel, Bedienungsanleitung

 

Erster Eindruck

Die Verpackung ist im bei Actioncams (und sonst kaum irgendwo) recht verbreiteten Vitrinen-Design gehalten. Die Kamera thront in ihrem Unterwassergehäuse unter einer "Plexiglas-Kuppel". Im "Sockel" unterhalb der Kamera ist das Zubehör verstaut, und das ist eine ganze Menge, wie unser Lieferumfang-Foto eindrucksvoll zeigt. Sogar eine Fahrradlenker-Halterung ist mit dabei. Allerdings sind die beiliegenden Klebehalterungen beide für plane Oberflächen gedacht (normalerweise liegen bei Actioncams immer Halterungen für plane und gewölbte Oberflächen, wie z. B. Helme bei).

Der erste Qualitätseindruck der Kamera, des Unterwassergehäuses und auch der vielen Halterungen und Zubehör ist gut. In Details gibt es Verbesserungspotenzial. Der Typenschild-Aufdruck ist groß und klar und deutlich, dafür haben die beiden frontseitig angebrachten LEDs eine "unsichtbare" Beschriftung – nur beim genauen Hinschauen bei guter Beleuchtung erkennt man eine leicht ins Gehäuse eingelassene Gravur. Bei der unteren sind es Symbole, deren Konturen im mattschwarzen Gehäuse praktisch nicht erkennbar sind. Die mitgeliefererten Befestigungen sind GoPro-kompatibel, d. h. du kannst die Kamera einfach mit weiteren reichlich im Handel verfügbaren Befestigungen kombinieren. Allerdings sind die Befestigungsfinger am Unterwassergehäuse einen Hauch zu dick geraten. Hierdurch passt das Schutzgehäuse selbst auf die mitgelieferten Halterungen nur mit großer Kraft. Mit ein bisschen Schleifpapier oder einer Feile kannst du leicht Abhilfe schaffen.

Nicht optimal konstruiert ist auch der Deckel des Akku-Fachs. Dieses hat einen winzigen (wirklich ganz winzigen) versenkten Sicherungsschieber. In welcher Richtung der gesichert oder nicht gesichert ist, ist wiederum nur eingeprägt und nicht gut zu erkennen. Zudem ist der Sicherungshebel sehr schwergängig. In der Praxis wird dies vermutlich dazu führen, dass man ihn einfach in der "unlock-Stellung stehen lässt, was ja auch nicht Sinn der Sache ist. Die Klappe selbst geht recht einfach durch seitliches Schieben der ganzen Klappe auf, symbolisiert durch einen Pfeil. Aber auch hierfür fehlt irgendwie der richtige "Grip" am silikonartig beschichteten Gehäuse.

Die MicroSD-Speicherkarte wird seitlich in einen gut zugänglichen Schacht gesteckt. Diese ist, ebenso wie die benachbarten Schnittstellen, durch keinerlei Abdeckung geschützt. Das hat zwar gute Tradition (die früheren GoPro-Kameras hatten eine Abdeckung, die aber mangels Befestigung schneller verloren ging, als man gucken konnte; insofern waren die Schnittstellen der GoPros auch offen), aber man muss ja nicht alles nachmachen. Ich jedenfalls finde vor einen Speicherkartenschacht und die Schnittstellen gehört eine Abdeckung. Dies wenigstens dann, wenn man die Kamera auch ohne Schutzgehäuse betreiben kann. Das ist bei der  GoXtreme Black Hawk 4K der Fall, denn sie hat ein stabiles Metall-Stativgewinde auf der Unterseite, das ist prima. Das Gewinde ist allerdings nicht sehr tief. Bei vielen Halterungen oder Stativen lässt sich die Schraube nicht tief genug ins Gewinde hineindrehen. Damit ist dann kein fester Sitz gewährleistet. Es dürfte also meist besser sein, die Kamera im Schutzgehäuse zu betreiben und dieses sicher zu befestigen.

Fortsetzung auf Seite 2