Videos nimmt das Lumia 925 in FullHD (1920 x 1080 Pixel) mit 30 Frames pro Sekunde auf. Anders als Fotoaufnahmen erweist sich beim Filmen das Digitalzoom durchaus als sinnvoll, der geringeren Auflösung beim Video sei Dank. Allerdings lässt sich das Zoom per Touch-Geste selbst mit größter Mühe nicht ruckelfrei bedienen. Gut dagegen: Das LED-Hilfslicht erhellt auch beim Videodreh die Szene, zumindest deren Vordergrund. Richtig klasse für ein Smartphone ist, dass auch bei Videoaufnahmen manuell scharf gestellt werden kann. So vermeidet man das berüchtigte Schärfepumpen, wenn der Autofokus mehrere Anläufe benötigt.
Apropos Fokus. Der Autofokus ist laaangsaaam. Eine volle Sekunde dauert es, bis ein Bild geschossen ist. Da hilft nur eines: Rechtzeitig fokussieren (Auslöser halb durchdrucken und gedrückt halten) und dann im richtigen Moment das Bild schießen (Auslöser zu Ende durchdrücken). Dann liegt die sinkt die Auslöseverzögerung auf akzeptable knapp 0,2 Sekunden.
Bildqualität
Im Testlabor von digitalkamera.de hinterlässt das Nokia Lumia 925 einen überwiegend guten Eindruck. Die Details dazu stehen im ausführlichen Laborbericht. Die Bildschärfe lässt zu den Bildecken hin nicht nach. Auch dunkelt die Kamera Bildecken kaum ab, was offenbar nicht aufs Konto einer nachträglichen Korrektur geht, sondern ganz alleine vom Objektiv geleistet wird. In Sachen Verzeichnung zeigt sich das Lumia 925 gutmütig, in natura gerade Linien verbiegt es also nicht. Ebenso wenig sind chromatische Aberrationen ein Thema, das heißt, Farbsäume an harten Kontrastkanten muss man bei diesem Smartphone nicht fürchten. Klar, dass das Lumia 925 kein Auflösungswunder ist, das Testlabor von digitalkamera.de bescheinigt der 8-Megapixel-Kamera eine ordentliche Auflösung von 22 Linienpaaren pro Millimeter. Zu den Bildrändern hin verschlechtert sie sich um nur kaum wahrnehmbare 20 Prozent. Dies alles spricht für ein wirklich gutes Objektiv, das wenig elektronische Korrekturen erfordert.
Sensor und interne Bildverarbeitung können allerdings nicht das hohe Niveau halten, das das gute Objektiv vorgibt. Das Versprechen hinsichtlich sehr guter Low-Light-Fähigkeit löst das Lumia 925 nicht ganz ein. Der Signal-Rauschabstand ist nicht der beste, bleibt allerdings bis ISO 800 im Labor stabil und immerhin bietet die Kamera auch noch ISO 1600 und ISO 3200 an. Das ist ungewöhnlich für ein Handy und vielleicht sind es diese hohe ISO-Stufen, die die Nokia-Marketing-Abteilung mit der Eignung für Nachtaufnahmen meint. Unsere Beispielbilder zeigen, anders als die zunächst recht stabilen Laborergebnisse, doch einen deutlichen Qualitätsabfall mit jeder Erhöhung der ISO-Lichtempfindlichkeit. Das Rauschen nimmt zu und die Farben waschen aus. Aber immerhin: Bis ISO 800 ist das Lumia 925 noch gut zu gebrauchen – das ist nicht selbstverständlich für eine Smartphone-Kamera! Und selbst darüber hinaus ist der Qualitätsabfall geringer als bei mancher hochgezüchteten Kompaktkamera. Ich habe mit der Kamera einige eindrucksvolle Low-Light-Aufnahmen bei ISO 800 gemacht, die ein angenehmes, ehrliches Rauschen zeigen. So würde ich es mir viel häufiger wünschen anstatt der heute üblichen plattgebügelten Details, bloß damit die Rausch-Messwerte besser aussehen. Gar nicht zu reden von einer künstlichen Bildaufbereitung, die Details hinzurechnet, wo keine sind! Gut, dass sich das Lumia 925 solche Tricks verkneift.
Fazit
Insgesamt also ein gutes Ergebnis! Ehrliche 8 Megapixel sozusagen. Natürlich keine Auflösungs-Spitzenwerte. Eine gute, herkömmliche Digitalkamera leistet bei hellem Licht mehr. Doch dank seines guten, lichtstarken Objektiv und der dezenten Bildaufbereitung behält das Lumia 925 bei schwindendem Licht die Oberhand.
Es liefert zum Beispiel in Innenräumen bei künstlicher Beleuchtung wirklich sehr gut brauchbare Fotos – gerade da patzen ja viele Handys und Smartphones. Dank der hohen ISO-Empfindlichkeit lassen sich mit üblichen Qualitätsabstrichen tatsächlich noch bei Kerzenlicht Fotos aufnehmen. 8 Megapixel reichen für Ausdrucke bis DIN A4, für die Widergabe auf Full-HD-Monitoren und Fernsehern sowieso. Allerdings genehmigt sich das Lumia 925 rund eine Sekunde zum Scharfstellen – da ist so manches Motiv schon über alle Berge, bevor der Autofokus die Schärfe gefunden hat. Gut gefallen hat mir, dass bei 16:9-Aufnahmen das volle Weitwinkel zur Verfügung steht und die Fotos bis in die Ecken gut sind. Das Betriebssystem Windows Mobile gefällt mir sowieso. Schön, dass es damit für bezahlbares Geld so ansprechende Hardware mit umfangreichen Foto-Funktionen gibt, wie das Nokia Lumia 925. Das ist zum Zeitpunkt des Tests schon teilweise für unter 400 Euro ohne Vertrag erhältlich.
Positiv
- Gute Verarbeitung mit stabilem Alurahmen, gutes Display.
- Durchdachte, problemlose Bedienung.
- Ansprechende, ehrliche Bildqualität ohne übertriebene Bildaufbereitung.
Negativ
- Langsamer Autofokus.
- Zoomen nur per Wischgeste bzw. Zoom-Geste möglich.
- Display könnte heller sein.