Spitzenklasse-Actioncam Das aktuelle Sony-Flaggschiff unter den Action-Kameras steht immer noch als Test bei uns aus. Hier ist er. Die Kamera ist bereits seit rund einem halben Jahr auf dem Markt, aber von einer Ablösung in diesem Jahr ist nicht auszugehen. Insofern ist die Sony FDR-X3000 unbedingt einen genauen Blick wert. Denn diese Kamera ist, zusammen mit ihrem Schwestermodell HDR-AS300, die einzige Actioncam mit optischem Bildstabilisator. Und ob der die versprochenen Vorteile bietet, wollen wir unbedingt herausfinden.

Sony war bisher schon mit seinen jeweiligen Spitzenmodellen einer der ganz wenigen Hersteller, der es mit dem Marktführer GoPro wirklich aufnehmen konnte. Viele innovative Sachen, wie z. B. die synchrone Fernsteuerung mehrerer Kameras, gab es von Sony als erstes. Auch in Sachen Videoverarbeitung und bei Bildstabilisatoren ist Sony führend, und die Qualität dessen, was da als Videostream auf der Speicherkarte ankommt, ist schon beim Vorgängermodell der X3000, der X1000, tadellos.

  • Bild Die kleine "Beule" im Gehäuse der Sony FDR-X3000 ist neu (die Vorgängermodelle waren "platt"). Darin sitzt der optische Bildstabilisator "Balanced Optical Steady Shot". [Foto: Sony]

    Die kleine "Beule" im Gehäuse der Sony FDR-X3000 ist neu (die Vorgängermodelle waren "platt"). Darin sitzt der optische Bildstabilisator "Balanced Optical Steady Shot". [Foto: Sony]

  • Bild Die Sony FDR-X3000 wird über insgesamt fünf Tasten bedient. Ein großes Display liefert Statusmeldungen und ermöglicht alle Einstellungen über eine komplett neu gestaltete Menüstruktur, die jetzt wirklich gelungen ist. [Foto: Sony]

    Die Sony FDR-X3000 wird über insgesamt fünf Tasten bedient. Ein großes Display liefert Statusmeldungen und ermöglicht alle Einstellungen über eine komplett neu gestaltete Menüstruktur, die jetzt wirklich gelungen ist. [Foto: Sony]

  • Bild Beim Bildstabilisator "Balanced Optical Steady Shot" der FDR-X3000 (und des FullHD-Schwestermodells Sony HDR-AS300) ist die komplette Objektiv- und Sensoreinheit beweglich aufgehängt. [Foto: Sony]

    Beim Bildstabilisator "Balanced Optical Steady Shot" der FDR-X3000 (und des FullHD-Schwestermodells Sony HDR-AS300) ist die komplette Objektiv- und Sensoreinheit beweglich aufgehängt. [Foto: Sony]

In diesem Test kann ich nicht alle Aspekte der Kamera berücksichtigen. Beispielsweise die Livestream-Funktion habe ich überhaupt nicht untersucht. Ob die Herstellerangabe der Akkulaufzeit stimmt, habe ich diesmal nicht geprüft. Auch nicht die Bedienbarkeit über eine Smartphone-App, da die Kamera ja mit einer Live-View-Fernbedienung geliefert wird. Stattdessen konzentriere ich mich aufs Wesentliche und das ist: Wie gut funktioniert der optische Bildstabilisator? Wie gut funktioniert die neue, kleinere, schickere Live-View-Fernbedienung? Wie brauchbar ist die (endlich) komplett überarbeitete neue Menü- bzw. Bedienstruktur?

Neue Menüführung und neue Live-View-Fernbedienung

Fangen wir mit der Bedienung gleich an. Die neue Fernbedienung ist schön klein und mit ihren seitlichen Tasten gut zu bedienen. Ist die Kamera noch auf Standby, schaltet ein Druck auf den Einschalter der Fernbedienung die Kamera gleich mit ein. Nach wenigen Sekunden steht dann die Verbindung und du siehst ein Livebild. Neu an der X3000 ist ein offensichtlich deutlich leistungsfähigerer WLAN-Modus, den man im Menü aktivieren kann (bei meinem Testgerät war der standardmäßig aktiviert). Dieser führt möglicherweise zu einem erhöhtem Batterieverbrauch. Aber er führt auch vor allem zu einer drastisch gesteigerten Reichweite. Eine solche Livebild-Übertragung gerät normalerweise schon nach wenigen Metern ins Stocken und reißt ab zehn oder 15 Metern Entfernung ganz ab. Nicht so bei der FDR-X3000. Selbst durch zwei Wände oder durch die Stahlbeton-Geschossdecke im Büro ist der Empfang jederzeit einwandfrei ohne Klötzchenbildung oder Verzögerungen, und die Kamera reagiert promt auf die Fernbedienungsbefehle.

Die neue Bedienstruktur mit komplett überarbeiteten Menüs ist durchaus gelungen. Wurden in allen früheren Tests von uns (aber auch von anderen Magazinen) stets die unmögliche Bedienung der Sony Actioncams über das kameraeigene LC-Display kritisiert, kann man an diesen Punkt jetzt getrost einen Haken machen. Allenfalls, dass die Bedienung sehr Icon-lastig ist und nicht jedes Symbolbild ohne Bedienungsanleitung verstanden wird, kann man kritisieren. Aber im Großen und Ganzen funktioniert die Bedienung jetzt sehr gut. Dazu trägt bei, dass die Bedienung über die Fernbedienung exakt der Bedienung direkt an der Kamera entspricht. Zwar sind alle Symbole invertiert (schwarze Schrift auf hellem Grund an der Kamera und helle Schrift auf dunklem Grund auf der Fernbedienung), das verlangt meinem Gehirn offenbar durchaus einige Umsetzungsarbeit ab (die leicht zu vermeiden wäre, Sony bräuchte ja nur die Menüs auf der Fernbedienung ebenfalls dunkel auf hell darzustellen), aber letztlich ist das kein wirkliches Problem. Alles ist an der gleichen Position und bedient sich auch genauso.

  • Bild Mit dem mitgelieferten Schutzgehäuse kann die Sony FDR-X3000 bis 60 Meter tief tauchen und gewinnt generell an Robustheit. [Foto: Sony]

    Mit dem mitgelieferten Schutzgehäuse kann die Sony FDR-X3000 bis 60 Meter tief tauchen und gewinnt generell an Robustheit. [Foto: Sony]

  • Bild Anders als bei den meisten Actioncams, ist bei der Sony FDR-X3000 auch im Tauchgehäuse die volle Bedienung gewährleistet. [Foto: Sony]

    Anders als bei den meisten Actioncams, ist bei der Sony FDR-X3000 auch im Tauchgehäuse die volle Bedienung gewährleistet. [Foto: Sony]

  • Bild Ein zusätzlicher mechanischer "Hold"-Schieber im Schutzgehäuse der Sony FDR-X3000 verhindert versehentliches Einschalten der Kamera. [Foto: Sony]

    Ein zusätzlicher mechanischer "Hold"-Schieber im Schutzgehäuse der Sony FDR-X3000 verhindert versehentliches Einschalten der Kamera. [Foto: Sony]

Zum Laden wird die Fernbedienung in eine Ladeschale gesetzt. Hast du die auf deiner Tour vergessen, kannst du die Fernbedienung nicht aufladen. Eine Ladung der Fernbedienung übersteht aber problemlos mehre Ladezyklen der Kamera. Deren Akku wird übrigens direkt in der Kamera geladen, und auf dem Wege kann die Kamera auch dauerhaft mit Strom versorgt werden. Im Testbetrieb hielt der Akku der Kamera nicht lange durch. Hier mal was ausprobiert und am nächsten Tag wieder, dazwischen ist die Kamera dann offenbar stundenlang auf Standby und lauscht auf irgendwelche Befehle der Fernbedienung – und ist dann fast leer, wenn man sie wirklich verwenden will. Ein zweiter Akku oder alternativ ein "Powerpack" zum mobilen Nachladen unterwegs solltest du bei der FDR-X3000 also am besten parat haben.

Eingesetzt in das mitgelieferte Armband wird die Live-View-Fernbedienung dann zur Armband-Fernbedienung. Du musst also nicht blind an der vielleicht an deinem Helm montierten Kamera herumfummeln, sondern bedienst diese über die "Armbanduhr". Dort siehst du auch gleich, ob der Bildausschnitt stimmt und die Kamera gerade ausgerichtet ist. Besser geht es eigentlich nicht. Nur die Schließe des Armbands ist ein Ärgernis. Statt einem beweglichen schlanken Dorn, wie man ihn sonst von Armbändern kennt, gibt es hier nur einfach einen Gummidorn, der mit sehr viel Gewalt durch das passende Loch im Armband gequetscht werden will. Einhand, d. h. ohne fremde Hilfe, gelingt das mitunter überhaupt nicht.

Fortsetzung auf Seite 2